DR. HAUKE SPETH

Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie (iFR) Dortmund
Branddirektor, Leiter Aus- und Fortbildung, Lehre und Forschung

 

Vortragstitel

ROBOTIK UND DIE FEUERWEHR – STATUS UND CHANCEN

Feuerwehreinsätze – unabhängig, welcher Größenordnung –, zeichnen sich aus durch
– anfängliches Fehlen notwendiger Informationen
– Zeitdruck
– verschiedene Gefahren für Beteiligte und / oder die eigenen Einsatzkräfte.

Um angemessen reagieren zu können, entspricht es dem Selbstverständnis der Feuerwehr, auch gewisse Risiken auf sich zu nehmen. Dennoch gibt es Situationen, in denen die Risiken für Einsatzkräfte seitens der Einsatzleitung als nicht mehr tolerierbar eingeschätzt werden müssen. In direkter Konsequenz daraus bleiben die drei oben dargestellten Punkte kritisch und können dann nicht in erforderlichem Maße verändert werden.

Die Verwendung von unbemannten Technologien wie Robotern oder Drohnen eignet sich, die Risiken für Einsatzkräfte zu reduzieren. Sie kann sogar Einsatzoptionen eröffnen, welche ohne sie bislang nicht möglich sind. Daher eignen sich Roboter und Drohnen, um zukünftig heute noch vorhandene Fähigkeitslücken zu schließen. Die meisten Roboter- oder Drohnensysteme werden heute manuell gesteuert und teleoperiert eingesetzt. Der Stand der Technik erlaubt aber heute bereits weit mehr.

Teil- oder sogar vollautonome Systeme lassen eine sichere Einsetzbarkeit der Systeme zu und unterstützen den Bediener so, dass er sich nicht ständig auf die Systembedienung fokussieren muss, sondern sich in stärkerem Maße den eigentlichen taktischen Aufgaben und Überlegungen widmen kann. Im Einsatz können Roboter und Drohnen eine große Vielfalt unterschiedlicher Sensoren tragen – ganz abhängig von der Einsatzlage und den daraus entstehenden taktischen Anforderungen. Besondere Aufmerksamkeit ist beim Einsatz immer der leichten Bedienbarkeit eines solchen Systems zu schenken. Ein anwenderzentrierter Ansatz wird es Einsatzkräften ermöglichen, solche Systeme mit einem minimalen Schulungsaufwand einzusetzen. Darüber hinaus müssen die Systeme stets so ausgelegt sein, dass sie sich in die Strukturen eines Einsatzführungssystems integrieren lassen.

Der Vortrag illustriert diese Aspekte sowohl anhand von praktischen Beispielen als auch Forschungsansätzen und gibt einen Ausblick auf zukünftig nutzbare Potentiale.